Dr. Hardware Sysinfo: Fragen, Probleme, Einschraenkungen bei der Analyse
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Vorbemerkung:
Viele Detailfragen werden in den Hilfetexten des Programms beantwortet. Hier
sollen einige zentral wichtige Punkte behandelt werden.


A. Bekannte Probleme und Einschraenkungen:
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I.Grundsaetzliches:

1.Die meisten nachstehend genannten Probleme und Einschraenkungen lassen sich
  dadurch vermeiden, dass der PC (fuer die Dauer der Analyse) im Real Mode
  betrieben wird. Keinen Speichermanager installieren, Programm unter DOS
  starten. Fuer einige Analysen mit hohem Speicherbedarf empfehlen sich
  ausserdem ca. 500 KB freier Grundspeicher, was durch das Hochladen von
  Treibern i.d.R. auch moeglich sein sollte.
  Mindestanforderung sind ca. 420 KB freier konventioneller DOS-Speicher.
  ACHTUNG! Der DOS-Speicher betraegt stets nur maximal 640 KB, gleich wie
  viele MB RAM insgesamt installiert sein moegen. Hiervon werden leicht
  100-200 KB fuer residente Treiber verbraucht. Zur Not muessten Sie fuer
  den Programmlauf einige Treiber voruebergehend deaktivieren.
2.Betrieb unter Windows ist grundsaetzlich moeglich; jedoch teilweise reduzierte,
  ggf. unsichere Ergebnisse, Drucken ggf. problematisch (Details s. unten).
  Faustregel fuer Windows-User: Soll Dr. Hardware die eigentliche Hardware
  testen, dann unter DOS starten. Die Softwarekonfiguration kann dagegen
  problemlos unter Windows ermittelt werden.
3.Wegen der Moeglichkeit von Systemabstuerzen sollte der PC sich vor dem Aufruf
  von Dr.Hardware in einem gesicherten Zustand befinden. Datenverluste in
  nicht gesichertem Zustand koennten sich im Falle eines Absturzes z.B. ergeben
  auf RAM-Disks, Software-Caches und im Netzwerk.
4.Einige Analysen benoetigen viel Zeit. Man sollte nicht gleich an einen
  Systemabsturz denken (insbesondere: Laufwerksanalyse, Modemabfrage, IRQ-/
  DMA-Ermittlung, Netzwerktest, System-Benchmarks unter WINDOWS u. OS/2)


II.Haeufige Probleme:

1.Moegliche Probleme unter MS WINDOWS 3.X und OS/2
  - partiell fehlerhafte CPU-Flagregisterauswertung (-> erkennt internen
    Copro nicht u.a. Folgen)
  - Unter OS/2 werden CPU's ab 386 aufwaerts ggf. nicht erkannt. Es kann daher
    z.B. ein 486-er als 386-er angegeben werden.
  - Es koennen keine zuverlaessigen Timer-Kurzzeitmessungen durchgefuehrt werden.
    Bei der Taktfrequenzangabe ist daher eine Ungenauigkeit von +/- 2 MHZ
    bei Pentium-Systemen moeglich. Fuer andere CPU's wird z.Zt. keine Taktfre.
    quenzangabe gemacht. Der externe Cache wird nicht ermittelt. Die VGA-
    Frequenzmessungen liefern unbrauchbare Ergebnisse.
  - Die IDE-Festplattenanalyse fuehrt zum Absturz, wenn der 32-Bit-Zugriff
    aktiv ist (unter WINDOWS ggf. in SYSTEM-STEUERUNG/386ERWEITERT/VIRTUELLER
    SPEICHER abschalten)
  - Unter OS/2 koennen Laufwerke nicht so umfassend analysiert werden wie unter
    DOS. Die Angaben koennen daher teils unvollstaendig, teils unkorrekt sein
    (betroffen auch Benchmarks).
  - Probleme beim Grafikbenchmark moeglich (Grafikmodusumschaltung)
  - unvollstaendige Angaben ueber Konfiguration der seriellen Schnittstellen
    (v.a. bei der mit der Maus verbundenen)
  - Probleme beim Drucken; Vorschlag: fuegen Sie in der WIN.INI, Abschnitt
    [windows] die Zeile "DosPrint=yes" ein

2.Betrieb unter WIN 95:
  Starten Sie einen mit WIN 95 ausgestatteten PC am besten im DOS-Modus
  (beim Booten F8 druecken, Option "Nur Eingabeaufforderung" aus Bootmenu
  waehlen).
  Direkt aus WIN 95 aufgerufen koennen ausser den sonstigen Einschraenkungen
  (s.o.) u.a. noch Probleme bei folgenden Analysen auftreten:
  - Modemerkennung kann fehlschlagen (windows-konfigurationsabhaengig)
  - widerspruechliche Angaben freier/benutzter XMS-Speicher
  - Fehlangaben bei der Uebersicht der logischen Laufwerke nicht auszuschliessen
  Wenn Sie auf dem Desktop eine Verknuepfung erstellt haben und das Programm
  mit der Meldung "DRHARD.DAT fehlt" bzw. "KUNDE.DAT fehlt" abbricht, so
  stellen Sie sicher, dass das Arbeitsverzeichnis fuer die Verknuepfung
  (Eigenschaften/Programm/Arbeitsverzeichnis) korrekt angegeben ist.

3.Der PCI-Bus-Test kann im V86-Mode zu einem Absturz fuehren. Er kann daher
  unter DIENSTE/EINSTELLUNGEN oder ueber entsprechenden Eintrag in der
  DRHARD.INI unterdrueckt werden. Wenn abgeschaltet, kann bei PCI-Systemen der
  Bus natuerlich nicht korrekt ermittelt werden.
  (Bei EMM386.EXE von MS DOS kommt es zum Absturz, wenn EMM386 mit dem 
  Schalter "HIGHSCAN" installiert wird)

4.Taktfrequenz und Cachegroesse werden ueber Zeitmessungen ermittelt. Diese
  Zeitmessungen koennen durch verschiedene Hard- und Softwarefaktoren
  beeintraechtigt werden. Daher sind Fehlanalysen nicht auszuschliessen.

5.Erkennung des externen Cache (L2-Cache):
  Wird der Cache nicht erkannt, obwohl er vorhanden sein muesste, oder
  erfolgt eine unkorrekte Groessenangabe, so sollten Sie in den EINSTELLUNGEN
  (Menu DIENSTE) die Option "Alternativer L2-Cache" aktivieren bzw. deaktiv-
  vieren, und den Test wiederholen, da eine Fehlanalyse vorliegen kann.
  Wird der Cache danach immer noch nicht richtig erkannt, kann dies diverse 
  Gruende haben. Keineswegs muss der Cache defekt sein. Sondern...
  A.Fehlanalyse: Cache ist okay, doch Dr.Hardware erkennt ihn nicht korrekt.
    Moegliche Ursachen:
    1.Unter WINDOWS und OS/2 wird der Test nicht durchgefuehrt. (=> Programm
      unter DOS ausfuehren)
    2.Ein Cache von ueber 512 KB kann grundsaetzlich nicht erkannt werden.
    3.Ein Speichermanager verfaelscht die Messergebnisse (=>im Real Mode testen)
    4.Die reine System-Performance ist so gut (Pentium) und/oder der Cache so
      ineffizient, dass die Durchsatzmessungen keine Unterschiede hervortreten
      lassen (=> ggf. im Chipsatz-Menu Cache-Einstellungen aendern, z.B., falls
      moeglich, Write Back statt Write Thru).
  B. Cache ist abgeschaltet (=> im Erweiterten CMOS-Setup (Advanced Setup
     bzw. BIOS-Setup) aktivieren)
  C. Cache ist defekt (=> Gegenkontrolle durch andere Test-Programme)
  (Hinweis: Dr.Hardware ermittelt den Cache auf eine konventionelle Art,
  naemlich durch Zeitmessung von Speicherblockverschiebungen).
  Fazit:
  Wenn kein Cache gefunden wird, heisst das nicht, dass er nicht doch existiert,
  sondern lediglich, dass die Messergebnisse nicht darauf schliessen lassen.

6.Obwohl Dr.Hardware die meisten Prozessoren sicher erkennt, sind Irrtuemer
  doch nicht auszuschliessen. Wird der Prozessor jedoch verkannt, kann auch die
  Taktfrequenzangabe voellig falsch sein, weil zu deren Messung ein cpu-
  spezifischer Berechnungsfaktor verwendet wird.
  Die Erkennungsmethode fuer aeltere NexGen586-CPU's ist nicht 100%-ig sicher.

7.Ein installierter Cache kann das CD-ROM-Durchsatzergebnis nach oben verfael-
  schen. (Smartdrive und CD-BLITZ werden jedoch waehrend Messung voruebergehend
  deaktiviert)

8.Sollte die Maus nicht korrekt funktionieren, so schalten Sie in der
  DRHARD.INI bitte die Option "Harter Maus-Reset" ein.

9.Die Soundkarten-Tests (Menu HARDWARE, Option "Tastatur, Maus, Soundkarte")
  koennen unter DIENSTE/EINSTELLUNGEN einzeln abgeschaltet werden, falls es
  beim Test zum Absturz kommen sollte. Der Test auf Gravis-Ultra-Sound-
  karten wird standardmaessig uebergangen.

10.Die IDE-Geraete-Analyse kann bei fehlender IDE-Platte und vorhandener
   SCSI-Platte zum Absturz fuehren.

11.Aus folgenden Gruenden koennen Angaben zur Festplattenkapazitaet niedriger
  ausfallen als erwartet:
  1.Die Herstellerangabe bezieht sich ggf. auf die unformatierte Kapazitaet
    (v.a. bei aelteren Platten); die formatierte Nutzdatenkapazitaet liegt
    darunter.
  2.Der CMOS-Setupeintrag reizt die Kapazitaet nicht aus, wenn beispielsweise
    nur 1024 Zylinder eingetragen werden koennen (aeltere Biosse)
  3.Der Herstellerangabe liegt die Berechnung 1 MB=1000 KB bzw. 1 KB=1000 B
    zugrunde. Dr.Hardware berechnet 1 MB aus 1024 KB und 1 KB aus 1024 Bytes.
    
12.Sollte es waehrend des Netzwerkbenchmarks zu einem Absturz oder Fehlern
   kommen, so pruefen Sie nach dem Neustart auf allen verbundenen PC's bitte
   die logische Verzeichnisstruktur, z.B. mit SCANDISK, um etwaige
   "Lost Clusters" zu reparieren. Loeschen Sie anschliessend ggf. die von
   Dr. Hardware angelegte Test-Datei DRHNET.$$$.
   
13.Erweiterungsspeicher ueber 64 MB kann haeufig nicht entdeckt werden.

14.In der Regel nicht erkannt werden koennen Scanner, Streamer, hayes-inkom-
  patible Modems, Cache-Controller, SCSI-Geraete, wenn kein ASPI- oder CAM-
  Treiber installiert ist, sowie spezielle Erweiterungskarten (Radio-Karte
  usw.).


B. Fragen:
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I.Grundsaetzliche Fragen

F:Warum bietet Dr.Hardware nicht noch mehr echte Diagnoseroutinen und Tools?
  Und koennten nicht noch mehr Infos angezeigt werden ?
A:Dr.Hardware ist ein Sysinfo-, jedoch kein Diagnoseprogramm i.e.S. und keine 
  Utilitysammlung. Es beschraenkt sich auf - wenn man so will - passive
  Abfragen. Ausserdem wird eine ziemlich sorgfaeltige Auswahl bezueglich der
  angezeigten Informationen getroffen. So koennte man etwa die Laufwerksanalyse
  dahingehend erweitern, dass man saemtliche dosinternen Strukturen -
  DPB, BPB, Boot Sektor etc. - en dtail auflistet. Doch wie ist es um das
  allgemeine Interesse an diesen Strukturen bestellt? Dr.Hardware extrahiert
  aus ihnen die wichtigsten Infos, und vermeidet so erstens, allzu 
  spezialistisch auszufallen, und zweitens, die grosse Redundanz dieser
  DOS-Tabellen ueberfluessigerweise wiederzugeben.
 
F:Welche weiteren systemnahen Programme haben Sie (gemeint ist der Autor des
  Programmes) im Angebot?
A:Derzeit keine weiteren.

F:Gibt es eine englischsprachige Version?
A:Ja.

F:Gibt es Versionen fuer WINDOWS 9x, NT und 2000?
A:Ja.


II. Spezielle Fragen

F:Ich habe eine VESA-kompatible Grafikkarte. Heisst das automatisch, dass mein
  PC einen VESA-Local-Bus besitzt ?
A:Nein. VESA-VGA-Karten gibt es auch fuer ISA-Rechner.

F:Mein PC hat einen VESA-Local-Bus. Dr.Hardware gibt jedoch ISA an!?
A:Man kann den VLB-Bus ueber eine Abfragefunktion nicht identifizieren. Nur
  durch Zeitmessung von CPU->Speicher-Verschiebungen ist es (in vielen Faellen)
  moeglich, doch auch nur dann, wenn eine VLB-VGA-Karte installiert ist.

F:Bietet das Programm eine Moeglichkeit, mit Hilfe eines Loopback-Steckers die
  Register der seriellen Schnittstelle zu testen?
A:Diese Option ist nicht verfuegbar.

F:Beim Aufruf der Option Soundblaster-Details (Schaltflaeche im Tastatur-&
  Maus-Fenster) ist beim Soundcheck nichts zu hoeren, bzw. extrem leise, in
  miserabler Qualitaet oder unverstaendlich.
A:Die Ausgabe der WAV-Datei kann durch den vorhergehenden Gravis-Ultra-Sound-
  Test beeintraechtigt werden => GUS-Test deaktivieren (s.a.o.).
  Die Ausgabelautstaerke kann ferner sehr leise ausfallen (Lautsprecher
  aufdrehen, ggf. Mixer einstellen) und die Klangqualitaet ist grundsaetzlich
  nicht die edelste.
  Der Soundcheck soll nur zeigen, d a ss  aus der Karte Sound kommt, nicht wie.
  Wird unter WINDOWS generell nicht durchgefuehrt.

F:Das Programm meldet beim Start, dass soundsoviel KB zuwenig Speicher frei
  seien. Obwohl ich daraufhin die Small-RAM-Option in der DRHARD.INI akti-
  viere, erfolgt wieder dieselbe Meldung mit derselben fehlenden Kapazitaet!?
A:In diesem Fall ist absolut zuwenig Speicher frei. Sie muessen Treiber
  entfernen bzw. hochladen usw. Wenn sich dagegen durch das Aktivieren der
  Small-RAM-Option der momentan fehlende RAM kompensieren lassen kann, wird
  dies zusaetzlich vermerkt.

F:Mein Pentium Pro liegt nach den Messungen des System-Benchmarks noch hinter
  einem Pentium 133 zurueck. Wie ist das zu erklaeren?
A:Der Pentium Pro ist nicht fuer 16-Bit-Code optimiert worden. Hier schneidet
  er relativ schlecht ab - er benoetigt fuer hohe Leistung eine 32-Bit-
  Codebasis, wie sie z.B. 32-Bit-Software unter Windows 95 zur Verfuegung
  stellt.

F:Nach dem Oeffnen der Pull-Down-Menues und anderen Menueaktionen zeigt sich der
  Bildschirm uebersaet mit unmotivierten Zeichen, was bis zur Unleserlichkeit
  der Menuetexte fuehrt.
A:Dieses Phaenomen tritt in sehr seltenen Faellen auf. Beobachtet bspw. auf
  einem Pentium-VLB/PCI-Board mit VLB-Grafikkarte (mit anderen VGA-Karten
  keine Stoerungen). Auch andere (nicht alle) Anwendungsprogramme zeigen auf
  diesen Systemen dann diese Erscheinungen. Ursache unbekannt. Abschalten
  des Grafik-Chipsatztests (s. DRHARD.INI) kann Abhilfe schaffen.
